Meine 5 bekanntesten Fotos
- Adrian Wirz

- 1. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 19 Stunden
Erfahre hier welche Fotos ich ausgewählt habe und die Vorgeschichte dazu. Nicht bei allen dieser Fotos war ich der Entdecker, aber sehr oft habe ich das Foto mit eigenen Ideen verwirklicht.

Seit ziemlich genau 15 Jahren bin ich jetzt in der Landschaftsfotografie unterwegs, mit Abstechern zur Tierfotografie, was aber eher mit einem Jagdinstinkt, welcher aus der Steinzeit hängenblieb, zu tun hat.

Aber erst eine kleine Vorgeschichte auf die Anfänge meiner Landschaftsfotografie. Nachdem ich 2011 hauptsächlich am Bölchen all die verschlungenen Wege und Pfade absuchte und dokumentarisch festhielt, stiess ich irgendwann im Sommer 2012 auf Fotos von Andreas Gerth oder Jan Geerk, beide ebenfalls aus der Nordwestschweiz. Ich sah erstmals ein Foto vom Ankenballen über dem Nebel. Das und vieles anderes wollte ich auch können. Der Winter 12/13 war sehr schneereich, auf dem Bölchen und Umgebung türmten sich die Schneemassen bis weit in den April hinein. Schon zu Beginn meiner Landschaftsfotografie hatte ich eine Vorliebe für Langzeitbelichtungen. Sehr oft stand ich in diesem Winter abends bis weit in die Nacht hinein auf der Belchenfluh und übte mich in dieser Disziplin. Immer und immer wieder. Ich kann mich erinnern, dass ich vor lauter Konzentration die Zeit und die Kälte vergass, aber auch dass ich hin und wieder wegen der Fotos belächelt wurde, oder man mir sogar Manipulation vorwarf. Aber all das verdarb mir nicht die Freude oder die Ausdauer. Meine Hände waren in diesem Winter rissig und ziemlich kälteunempfindlich. Die Fortschritte und die Freude an der Fotografie wurden täglich grösser. Erst waren es die Lichter und später der Nebel. Diese vielgepriesenen und oft erzählten Kompositionen interessierten mich eher weniger. Draufhalten, so lange wie möglich. Das war meine Devise. Kompositionen? Auch das reine Übungssache. Mein Vorteil damals war, dass die Bölchenregion unter Fotografen nur Insidern bekannt war. Das war mir damals aber nicht bewusst, denn ich kannte wenn überhaupt, ein paar wenige Fotografen aus dem Ober-Baselbiet. So landeten meine Fotos vom Bölchen fast täglich auf Facebook und fanden ein immer grösser werdendes Publikum. 2014 im Herbst führte ich den ersten Foto-Workshop am Bölchen durch. Ich wurde überrannt von Anmeldungen, der Tag war traumhaft, der Nebel floss perfekt über den Jurakamm. Der Grundstein für viele weitere und erfolgreiche Workshops in der Schweiz und in den Dolomiten oder Berchtesgaden war gelegt. Mein zweites Standbein war meine damalige Homepage belchen-schweiz und später diese Website hier. Aber nun zurück zu meinen 5***** Sterne Fotos. Ich werde die Fotos in chronologischer Reihenfolge auflisten, es soll keine Rangliste sein. Beginnen wir mit dem Jahr 2014, damals ging es Schlag auf Schlag. Sonnenaufgang beim Birnbaum

Diesen Birnbaum kenne ich natürlich schon lange, er steht unweit von meinem Wohnort. Ich erinnere mich wie ich zu Beginn meiner Landschaftsfotografie im Jahre 2013, an einem Samstagnachmittag lange um diesen Baum schlich. Aber etwas ansprechendes, zusätzlich zu dem imposanten Baum, wollte mir damals nicht einfallen. Ein Jahr später war ich spätabends bei Vollmond wieder bei diesem Baum, aber auch da passte es irgendwie nicht! Eigentlich ist es ganz einfach: Sonnenaufgang! So stand ich um 5.30 Uhr am nächsten Morgen wieder dort, bewaffnet mit Gummistiefeln, weil ich dachte das Gras sei nass. Aber es war gefroren und ich fror gottsjämmerlich an die Füsse. Der Rest ist Geschichte. Jedes Jahr im Frühling zum Sonnenaufgang ist dieser Spot jeweils sehr gut besucht. Der Ankenballen im Gewitter

An diesem Samstagnachmittag Anfang August 2014 hing ein Gewitter in der Luft. Ich beobachtete ständig die Wetter App und schon früh am Nachmittag war ich im Berghaus Ober-Bölchen und wartete. Von Westen her näherte sich eine Gewitterfront und ich hoffte von der Belchenfluh das Schauspiel fotografieren zu können. Einen Plan wie ich das machen wollte hatte ich keinen. Leichtsinnig wie ich damals war, stand ich dort oben, weit und breit niemand zu sehen. Ich wartete sicher 2 Stunden, aber das Gewitter kam nicht näher. Enttäuscht machte ich mich in der Dunkelheit auf den Weg zurück zum Chilchzimmersattel, nahm jedoch den Weg ausser rum, dem Waldrand entlang. Dort hat man einen freien Blick Richtung Westen. Es war schon recht dunkel, aber hinter dem Ruchen ging der Vollmond auf. Im Westen Richtung Weissenstein waren immer noch Blitze zu sehen. Wie ich so da stand kam mir die rettende Idee. Den Ankenballen von weiter unten fotografieren damit mehr Himmel aufs Foto kommt. Schnell war ich im Auto und fuhr runter zum Schattenbergpass. Dort rannte ich der Kuppe entlang bis zum Wald. Knappe 13 Minuten Belichtungszeit bei Blende 11 und ISO 100 reichten. Mit 190mm Brennweite war das Ganze zu einem stimmungsvollen Foto zusammengeschoben. Nebelwelle am Bölchen

Die Geschichte zu diesem Foto habe ich schon in einem andern Blogpost beschrieben, deshalb fasse ich mich kurz. Knapp zwei Jahre bevor ich dieses Foto verwirklichen konnte, kam mir die Idee zu diesem Bild. An einem heissen Sommermorgen 2013 schritt ich zur Tat und begann mit dem Roden: Nebelwelle am Bölchen Die Eiche mit Sonnenstern

Ich bin bekannt für mein Elefantengedächtnis, deshalb kann ich mich noch gut erinnern wie ich 1291 zum erstenmal bei diesem Baum vorbeikam.... Nein natürlich nicht! Es war 1983 an einem Sonntag im November. Ich war mit meinem Hund Laska, ein reinrassiger Collie Rüde, auf einer Wanderung und besuchte endlich diese alte Eiche. Dieser Baum wollte ich schon seit Monaten besuchen, denn er steht sehr exponiert auf einer Kuppe. Mein Arbeitsweg ab 1981 nach Wangen bei Olten führte mich immer dort vorbei. Aber wie das so ist, man hats gesehen und Fotografie war damals für mich hauptsächlich Formel 1. Jahrzehnte später, während meiner Touren durch das Baselbiet fiel er mir wieder auf. Es brauchte aber noch etwa 5 Jahre bis ich diesen Spot ernsthaft anging. Im heissen und trockenen Sommer 2018 schickte mir ein Kollege ein Drohnenfoto von der Ruine des ehemaligen Motels auf dem unteren Hauenstein. Auf diesem Foto war irgendwo am Rand auch dieser Baum zu sehen. Schon ein paar Tage später machte ich mich an einem Sonntagabend im August 2018 auf den Weg. Beim Baum angekommen entdeckte ich das Loch im Stamm. Ich wusste jetzt dass es im September passen könnte. Der Rest ist Geschichte. Leider fiel diese Eiche einem weiteren Blitzeinschlag im Juni 2024 zum Opfer und ist heute gespalten. Er steht zwar noch und wir dürfen gespannt sein, wie er sich die nächsten 50 Jahre erholt.... Die Linde vor dem Schreckhorn

Ich denke die Linde vor dem Schreckhorn dürfte wohl mein bekanntestes Foto sein. Wenn ich heute so zurückschaue und sehe wieviele Fotografen dieses Foto in ihrem Portfolio haben, macht es mich schon etwas stolz. Zumal es auch viele Fotografen vom selben Standort gemacht haben wie ich und der ist auf Privatgrundstück. Das war mir damals aber nicht so richtig bewusst, weil der Umbau des Hauses erst gerade fertiggestellt wurde und noch kein Garten vorhanden war.
Aber an dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön an einen der besten Emmental Kenner: Daniel Horisberger. Ohne ihn hätte ich dieses Foto nicht verwirklichen können, er hat den Standort an einem Frühlingsabend gesucht und schon bald gefunden.
Müsste ich eine Rangliste erstellen welches das schwierigste Foto war, wäre es wohl die Nebelwelle. Der Kontrast vom sonnenbeschienenen Nebel zu dem Nebel welcher im Schatten liegt. Diese Kombi stellte jede Cam 2014 vor Probleme.
Welches Foto ist aber kommerziell am erfolgreichsten? Das ist klar die Linde vor dem Schreckhorn. Es hängt schon in unzähligen Haushalten, vor allem im Emmental. Als Leuchtkasten, als Acryl oder Leinwand. In allen erdenklichen Kombinationen. Das Motiv ist zu einem Emmentaler Wahrzeichen geworden. Kürzlich habe ich sogar dieses Motiv mit der Eiche im Frühling verkauft, trotz meiner Überredungskünste wurde die Eiche im Frühling gewählt. Damit hat sich auch dieser erste Abstecher im Frühling 2020 gelohnt.
Ich könnte diese Liste noch unendlich fortsetzen. Deshalb gibt es auch bald auch noch einen weiteren Blogpost davon.
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