• Adrian Wirz

Gitzo GT2542 mit Markins Q3i


Seit einigen Monaten habe ich nun das Gitzo Mountaineer GT2542 Stativ zusammen mit dem Markins Q3i Kugelkopf im Einsatz. Über meine Erfahrungen mit dieser Stativkombination berichte ich in diesem Blogbeitrag.

Schon seit längerer Zeit war ich auf der Suche nach einem stabilen Reisestativ. Es sollte mit Kugelkopf nicht mehr als etwa 2 kg wiegen. Lange Zeit war für mich ein Gitzo Traveler Stativ der Favorit. Nach mehrmaligen Besuchen bei Patrik Oberlin von Kropf Multimedia in Herzogenbuchsee entschied ich mich aber für ein Gitzo Mountaineer GT2542. Der Gitzo Kugelkopf überzeugte mich in der Handhabung aber nicht ganz, so empfahl mir Patrik Oberlin einen Markins Q3i Kugelkopf

Und da ich gerne etwas ausgefallene Sachen liebe, entschied ich mich für einen in blauer Farbe. Auch einen Roten gibt es im Angebot. Warum ich mit dem blauen Kugelkopf nicht zufrieden war, schildere ich später. Da ich 3-Wege Neiger Stativköpfe von Manfrotto gewohnt bin, fiel mir der Umstieg auf einen Kugelkopf schwer, obwohl die Vorteile eines Kugelkopfs nicht von der Hand zu weisen sind. Klein, kompakt und leichter. Beim Markins Kugelkopf Q3i gefiel mir von Anfang an, dass ich die Friktion am selben Regler einstellen kann wie den Neigungswinkel. Eine praktische Sache. Beim Manfrotto Kugelkopf XPRO mit dem Stativ 190 GO, hatte ich immer Mühe den richtigen Regler zu erwischen.

Ende Oktober 2018 unterzog ich das Gitzo Mountaineer Stativ einem ausführlichen Test im Oberengadin. Test heisst bei mir: ist es praktisch? lässt sich alles problemlos bedienen, auch im Dunkeln? Der erste Spot war am Sandstrand vom Stazersee. Sand? Nur die wenigsten Stative haben im Gegensatz zu uns Menschen Freude daran. Ich denke da mit Schrecken an den Sand beim Rhonegletscher zurück, als mein Manfrotto 190GO Stativ danach wochenlang Sand im "Getriebe" hatte. Ok, könnte man reinigen, aber ich bin alles andere als ein guter Mechaniker. Auseinandernehmen könnte ich es sicher, aber zusammenbauen? Dementsprecheng ging ich vorsichtig zu Werke. Aber stabil stehen sollte es trotzdem, denn bei der Ankunft war ausser dem Vollmondlicht kein anderes Licht vorhanden. Also drückte ich das Stativ doch etwas fester in den Sand. Dabei muss ich wohl einen der angeschraubten Plastikfüsse verloren haben, das bemerkte ich aber erst beim Morteratsch Gletscher. Dieser wurde mir jedoch von Kropf Multimedia unkompliziert ersetzt. Seither mache ich Zwischendurch immer wieder eine Kontrolle ob die Stativfüsse auch richtig fest sitzen. Das Stativ hat mit voll ausgefahrenen Beinen eine Arbeitshöhe von 139 cm , das reicht für mich ohne dass ich zu grosse Verrenkungen machen muss. Ich selber bin 179 cm gross. Mit ausgefahrener Mittelsäule kommt das Stativ auf eine Höhe von 167 cm. Die Mittelsäule habe ich aber noch nie benutzt.

Das Stativ macht einen sehr soliden Eindruck, da wackelt nichts. Einzig beim Gewicht habe ich immer noch etwas Bedenken ob da nicht eine starke Böe das Stativ kippen lassen könnte, denn es wiegt mit Stativkopf "nur" 2.1 Kg.. Aber für solche Windverhältnisse ist mein 4.5 Kg Manfrotto Stativ wohl besser geeignet.

Aber nun zum Markins Kugelkopf Q3i. Wie schon beschrieben, machte dieser blaue Kugelkopf von Anfang an etwas Probleme. Er lief nicht ganz rund! Obwohl ich verschiedene Stufen bei der Friktion einstellte, er ruckelte immer etwas. Den Horizont mit der Kamera Wasserwaage genau ausrichten wurde zum Geduldsspiel. Ich brachte den Kugelkopf zu Kropf Multimedia zur Kontrolle. Auch dort wurde dieses Ruckeln festgestellt und Ersatz bestellt. Aber auch beim neuen Kopf das ähnliche Problem. Anscheinend ein Problem mit der blauen Legierung. So liess ich mir kurzerhand und unkompliziert den grauen Kugelkopf montieren. Dieser funktioniert tadellos.

So bin ich nun halt auch "Grau" unterwegs.....

Mit diesem Kugelkopf bin ich nun rundherum glücklich....sofern ich das mit einem Kugelkopf überhaupt sein kann. Ich gehöre nach wie vor zur aussterbenden Gattung der 3-Wege Neiger Fraktion.

Mitte Dezember machte ich nochmals einen Halt beim Landwasserviadukt in Filisur. Etwa 40cm Neuschnee sind in der Nacht gefallen. Das Stativ bekam beim Aufstieg eine gehörige Portion Schnee ab. Danach ging es über den Julierpass nach St. Moritz. Ein richtiges Kälteloch! Einige ahnen was jetzt kommt......Schnee....warmes Auto....Wasser..... Genau! Auf der Fahrt verflüssigte sich der Schnee und drang wahrscheinlich auch in die Dichtungen der Stativverschlüsse ein. Das Auto stand dann rund 2 Stunden in der Kälte und die Temperaturen waren bei - 12 Grad. Danach liefen wir zum Spot am Sankt Moritzersee. Genau richtig zur blauen Stunde waren wir am Standort angelangt. Aber ohhh Schreck! Die untersten Stativbeine liessen sich nicht mehr bewegen, eingefroren. Ich gehe jeweils ziemlich rustikal mit meinem Material um, Geduld ist nicht meine Stärke wenn etwas nicht so funktioniert wie es sollte. So drehte ich mit voller Kraft an den Verschlüssen, aber der Gummiverschluss drehte ins Leere. Bevor ich noch irgendwas beschädigen konnte, ging ich halt auf die Knie und liess die untersten Stativbeine geschlossen. Ging auch! Ich weiss, dass unter solchen Bedingungen die Stativbeine einfrieren können, aber ich sage mir dann jeweils: "Geht schon...."

In der Zwischenzeit habe ich mir für das Gitzo Stativ Gummipolsterungen von LensCoat zugelegt. Eine feine Sache, da ich oft auch bei grösster Kälte ohne Handschuhe fotografiere. Das lästige an- und ausziehen nervt mich. So fühlt sich das Carbon beim Tragen nicht mehr ganz so eiskalt an. Kürzlich war ich frühmorgens bei dieser Bergföhre auf dem Foto. Bei der Rückkehr fragte mich Martin Schnetzler : "Hast du keine Handschuhe dabei, oder sind sie im Auto?" Ich antwortete: "Doch hab ich dabei, im Fotorucksack!"

Fazit: Mit dem Gitzo Mountaineer GT2542 in Kombination mit dem Markins Kugelkopf Q3i bin ich rundherum glücklich und kann diese Kombination bedenkenlos weiterempfehlen. Saubere Verarbeitung, leicht und sehr stabil. Es gibt dieses Stativ noch eine Stufe grösser, das Gitzo Mountaineer GT2543L , dieses Stativ ist dann bei eingefahrener Mittelsäule 179 cm hoch.

Einen Testbericht über Das Gitzo Traveler Stativ findest du hier: Gitzo Traveler Stativ Du möchtest meinen Blog abonnieren? Schreib einfach untenstehenden Link in deinen News Reader und du bist immer sofort informiert sobald ein neuer Blog online ist. Kopieren geht leider nicht da die ganze Website Copyright geschützt ist: https://www.adrian-wirz.com/feed.xml

#Stativtest #Gitzo #Mountaineer #MarkinsKugelkopf

462 Ansichten