• Adrian Wirz

10 Jahre Landschaftsfotografie

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Im April 2011 kaufte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera. Ich muss gestehen ich hatte keine Ahnung von der Vielfalt an digitalen Kameras die es damals schon gab. Schon in jungen Jahren wollte ich immer eine Nikon, leider hat es nie geklappt. Im April 2011 war es endlich soweit. Voller Stolz trug ich ein grosses Paket mit einer Nikon und zwei Objektiven aus dem Grossverteiler. Bis heute bin ich der Marke treu geblieben. Der Bölchen mit seiner abwechslungsreichen Juralandschaft liegt quasi vor meiner Haustüre. So war ich die ersten zwei Jahre praktisch ausnahmlos in dieser Gegend unterwegs.

Belchenfluh-Februar 2012

Man beachte meine Winterausrüstung damals....Jeans bei -12 Grad, während der Kältewelle im Februar 2012. (nur die Harten kommen in den Garten). Ein normaler Rucksack reichte und noch nichts von Hightech Bekleidung. Immerhin war es genügend kalt so dass ich mich zum tragen einer kratzenden Mütze gezwungen sah, die Ohren hätten es sonst nicht überlebt. Das Foto ist von Paul Menz aus Arlesheim. Mit ihm und Werner Schmutz vom Niederbölchen war ich damals auf der Bölchenfluh, wir waren die einzigen. Die Bratwurst mit Rösti anschliessend im Challhof ist mir noch immer in bester Erinnerung!

Bölchenfluh - Ansichtskarte von 1903

Ob man wohl damals auch schon wegen der Nebelwelle auf die Bölchenfluh pilgerte? Die Frau in der Mitte der Ansichtskarte steht fast am selben Ort wie ich auf dem oberen Foto.

Bölchenfluh - Ansichtskarte von 1906

Feldhase am Bölchen
Feldhase

Oben ein Foto vom Juni 2012, damals war ich hauptsächlich wegen der vielfältigen Tierwelt am Bölchen unterwegs. Wenn man heute Bölchen hört, denkt man gleich an Nebelwelle und vielleicht noch Ankenballen. Obwohl viele Fotografen nicht wissen dass dieser Ankenballen in unmittelbarer Nähe zur Bölchenfluh liegt. Ich kannte zwar die Nebelwelle schon länger, aber für mich war das früher weder eine Welle noch sonst was. Es war einfach in den Herbst/Wintermonaten da. Es war schön zum anschauen, aber dass diese Welle mal zum Objekt der Begierde für Fotografen von Nah-und Fern werden würde, von dieser Vorstellung war ich meilenweit entfernt. Die Jahre vorher war ich sehr oft in der Bölchenregion unterwegs, zu Fuss oder meistens mit dem Mountainbike, damals noch ohne E- vornedran. Eine kleine Knipse war auch immer im Rucksack. Aber ich hatte wirklich keine Ahnung was in den folgenden Jahren in dieser Region abgehen wird.

Klettertour am Bölchen

Um noch besser oder aussergewöhnliche Spots zu erkunden, schreckten wir auch nicht davor zurück eine Klettertour am Bölchen zu unternehmen. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich im Sommer 2012 im Web u.a. auf die Fotos von Rainer Mirau gestossen bin. "Wow"....ich stellte fest diese Fotos sind ganz andere Kaliber als alles was ich bisher geliefert hatte. Mein Ehrgeiz war geweckt und ich hatte ja meinen Bölchen! Langzeitbelichtungen waren schon in diesen Jahren ein grosses Thema für mich. Sehr oft stand ich irgendwo in der Bölchenregion bis spät in die Nacht, oder bei Vollmond und probierte einzigartige Stimmungen mit Mondlicht oder künstlichem Licht zu erzeugen. Im Jahre 2012 entdeckte ich im Web ein Foto von Ian Plant mit einer Nebelwelle in den USA, ich war so fasziniert von diesem Foto und so langsam interessierte mich wie man so was macht! Ich kannte zwar Filter, hatte auch schon mal was von Graufiltern gehört und dass man damit die Verschlusszeit verlängern kann. Aber für was brauchte ich das früher? Ich wollte doch das Motiv so zeigen wie es ist, am liebsten schnell aus der Hand fotografieren. Aber 10 Min lang das selbe Motiv belichten....unvorstellbar. Im folgenden Herbst begann ich mich intensiv damit auseinanderzusetzen und bestellte mir einen 10-fach ND Filter, damals noch mit Lieferzeiten von einem Monat und mehr. Und so war ich in den folgenden Wochen mehrmals die Woche auf der Bölchenfluh, es wurde zu meinem Morgenspaziergang. Unter der Woche war ich meistens alleine oben, konnte in aller Ruhe meinen Filter testen, zuhause an den RAW Dateien herumbasteln. Schnell merkte ich worauf es ankam. Am nächsten Morgen stand ich wieder auf der Bölchenfluh. Das erste wirklich Super Wellenfoto gelang mir allerdings nicht auf der Belchenfluh, sondern an einem benachbarten Standort. Im Jahr zuvor schuf ich mir dort in stundenlanger Arbeit freie Sicht auf die Welle. Wer heute ganz selbstverständlich an diesem inzwischen auch überlaufenen Spot fotografiert, hat meistens keine Ahnung was für eine Vorarbeit damals nötig war.

Fogwave in der Schweizer Belchenregion
Nebelwelle in der Belchenregion 2014

Damals Anfang August 2013 war ich zum Sonnenaufgang an diesem Spot, damals noch mit Ästen die weit ins Bild ragten und zum Sonnenaufgang eine geniale Tiefenwirkung erzeugten. Da ich meistens 1-2 Stunden vor Sonnenaufgang am Spot bin hatte ich genügend Zeit meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Das Ergebnis im November 2014 war mehr als ich mir je vorstellen konnte. Sechs Jahre brauchte es bis ich endlich das Foto vom Ankenballen mit Nebel und Sonnenuntergang im Kasten hatte. Das Foto unten war ein erster....zaghafter....Versuch.

Ankenballen 2014

Das obere Foto ist vom 11.11.2014 und das untere vom 24.11.2020. Man sieht wie schnell die Sonne wandert in knapp 2 Wochen. Ein paar Tage später und die Sonne wäre nicht mehr im Bild, oder ich hätte einen weiteren Ausschnitt wählen müssen....was allerdings nicht ins Schema des Fotografen gepasst hätte.

Ankenballen 2020

Mit diesem Ergebnis von 2020 bin ich vollkommen zufrieden, so habe ich mir das vorgestellt. Der Nebel lag ruhig über dem Tal und nur dünne Wolken zierten den Himmel. 6 Jahre dauerte es bis endlich alles passte. Die Zeitspanne beträgt also nur rund 2 Wochen, dann muss alles passen! Die Sonne geht immer unter, aber ob die Nebelobergrenze dann auch passt ? Als Betrachter fällt dir das vielleicht gar nicht auf, aber sehr oft ist eine Menge Geduld nötig, manchmal über Jahre.


Eva - Begegnung auf der Bölchenfluh 2013

Natürlich hatte ich auch viele eindrückliche Begegnungen mit Fotografen/innen oder Naturliebhabern rund um den Bölchen. Ich denke rund 90% der Bekanntschaften traf ich dort oben zum erstenmal.

Lighttrails am Belchenpass 2013

Lighttrails übten schon immer eine grosse Faszination auf mich aus. An diesem bitterkalten Abend im März 2013 harrte ich lange aus bis ich endlich ein einigermassen richtig belichtetes Foto im Kasten hatte. Wie es wirklich geht, zeigt das untere Foto von 2019.

Lighttrails Belchen Passstrasse 2018
Narzissen in der Schweizer Belchenregion

Ja auch Narzissen gibt es am Bölchen. Dieses Foto von 2013 ist der Beweis. Die meisten wissen allerdings, dass ich diese schönen Frühlingsblumen selber gepflanzt habe. Das Foto ist von 2013. Aber sie blühen noch heute und in vielleicht 150 Jahren pilgert man nicht mehr auf die Vue des Alpes um diese zu fotografieren, sondern zum Bölchen. Ja an Ideen mangelte es mir nie, diese Idee habe ich allerdings nicht weiterverfolgt.

Auch mit der Taschenlampe experimentierte ich schon damals gerne. Oben ein misslungenes Foto vom Bölchenhorn 2012.

Schnee beim Schloss Ebenrain in Sissach
Schloss Ebenrain

Wie es aussehen kann wenn man die Taschenlampe richtig einsetzt, zeigt das Foto oben mit dem Schloss Ebenrain vom Januar 2021. Heute bin ich stolz viele Hot Spots geschaffen zu haben und je länger je mehr stört es mich nicht mehr wenn diese kopiert werden, im Gegenteil ich bin sogar etwas stolz. Es gibt wohl nicht viele Fotografen welche das von sich behaupten können. Einige Neider werden mir das wieder als Arroganz auslegen, das stört mich überhaupt nicht. Ich kann wenigstens behaupten dass ich mir immer treu geblieben bin, meinen Stil konsequent verfolgt und ausgebaut habe und gewisse Strömungen spurlos an mir vorbeigegangen sind. Ich mach mein Ding, das war schon immer so und wird auch so bleiben. Die Depressionismus Episode, welche anscheinend nahtlos in die Post-Depressionismus Phase übergeht und leider immer noch anhält, habe ich nie mitgemacht. Hier eine Auswahl meiner Hot Spots:

Obstblüte im Baselbiet
Birnbaum Rünenberg

Ganz sicher gehört der Birnbaum in Rünenberg heute zu einem der meisten fotografierten Motive im Baselbiet. An diesem Morgen im April 2014 stimmte alles.

Sonnenuntergang bei Kilchberg
Kilchberg

Die Kirche zwischen den blühenden Kirschbäumen. Diese Idee hatte ich 2014. Schnell entwickelte sich auch dieser Spot zu einem "Must Have" unter Fotografen.


Bluescht im Baselbiet
Blühender Kirschbaum

Auch dieser Kirschbaum erfreut sich heute ungebrochen grosser Beliebtheit.

Kirschbaum bei Buus
Kirschbaum

Auch hier habe ich meine Idee verwirklicht, mit Licht von meiner Stirnlampe.

Bärlauch und Wasserfall im Baselbiet
Wasserfall Giessen

Die Idee zu diesem Foto mit dem Bärlauch und dem Wasserfall stammt aus dem Jahre 2012, leider waren die ersten Versuche etwas bescheiden, ein Jahr später passte es perfekt.

Nebelwelle im Baselbiet

Eine von vielen Nebelwellen, eine der Gründe warum ich mich als Fotograf im Baselbiet pudelwohl fühle. Nirgendwo lässt sich dieses Schauspiel besser betrachten.

Fogwave Belchenfluh
Nebelwelle auf der Bölchenflue

Die inzwischen weltberühmte Belchen Fogwave. Ich bin ganz sicher nicht der Erfinder, ich habe sie einfach perfektioniert und populär gemacht.

Die Eiche mit dem Sonnenstern. Gerne erinnere ich mich daran zurück wie ich im Sommer 2018 das erstemal dort stand und das grosse Loch im Stamm der Eiche sah. Ich war mir auch ohne App sicher dass es mit dem Sonnenstern später im Jahr passt. Nachdem dieser Baum in den Fokus vieler Fotografen gerückt war, las ich in verschiedenen Social Media Kommentaren: "......diesen Baum habe ich schon vor Jahren fotografiert, im Nebel, über dem Nebel....." Super, aber das wahre Potenzial wurde nicht entdeckt. Ein anderer Neider-Fotograf meinte zu diesem Baum: ".....alles wurde schon mal fotografiert, du bist nicht der erste...." Ja, das mag stimmen, aber auch hier hat obiger Satz seine Gültigkeit. Nachfolgend zwei Fotos bei welchen ich sicher nicht der erste gewesen bin welcher diese Motive ablichtete, aber dafür auf meine Art.

Ankenballen beim Bölchen

Der Ankenballen mit Blitzen vom August 2014. Auch hier erinnere ich mich gerne daran zurück. Ich wartete damals im Berghaus Ober-Bölchen und konsultierte meine Wetter App. Von Westen zog ein Gewitter auf. Ich marschierte hoch zur Bölchenfluh und wartete oben. Aber irgendwie kam das Gewitter nicht weiter vorwärts und blieb fast stationär. So machte ich mich einmal mehr mit dem Gedanken vertraut dass ich wiedermal vergebens gewartet habe. Auf dem Parkplatz unten sah ich aber immer noch Blitze über der ersten Jurakette. Im Osten war es noch praktisch Wolkenlos und der Mond schien schon ziemlich hell. So fasste ich den Entschluss rüber zum Ankenballen zu fahren. Ich wollte nicht zum klassischen Standort sondern weiter unten. Ich wollte erst "nur" etwa 5 Minuten belichten, schlussendlich wurden 11 Min. draus. Der Mond erhellte die Szene perfekt. Als ich das Endergebnis auf dem Monitor sah wusste ich dass es perfekt belichtet ist. Ein weiteres Foto mit Mondlicht mit der Kapelle Maria Gern bei Berchtesgaden

Kapelle Maria Gern bei Berchtesgaden
Maria Gern

Das Foto von Maria Gern sieht vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders aus. Man hat dieses Motiv schon x-mal gesehen und ist etwas abgestumpft. Doch dieses unterscheidet sich von den andern. Es wurde um 4 Uhr morgens gemacht bei Vollmondlicht. Warum um 4 Uhr morgens? Dann hat der Mond den optimalen Standort und beleuchtet die Szene von rechts oben. Durch die lange Belichtungszeit verändert sich der Winkel des einfallenden Lichts und leuchtet die Szenerie noch besser aus. Auch wenn ein Motiv schon x-mal fotografiert wurde, es gibt immer noch eine Steigerung. Natürlich liegt die Latte um einiges höher, aber wenn dich dein Vorstellungsvermögen, deine Ausdauer und Hartnäckigkeit nicht im Stich lässt, ist das möglich. Natürlich ist es einfacher ein völlig neues Motiv zu fotografieren, nur du kennst (vorerst) den Standort und hast Zeit deiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Keep it Simple

Keep it Simple: natürlich darf hier das wohl bekannteste Foto nicht fehlen. Aber die Idee zu diesem Foto ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Die Idee stammt von Tobias Messerli. Ich hatte einfach den richtigen Riecher an diesem Novembermorgen mit der tiefen Nebelobergrenze. Und ohne die ausgezeichneten Emmental Kenntnisse von Daniel Horisberger würde ich den Spot wohl heute noch suchen.

Kirschblüte im Baselbiet

Keep it Simple: dieses Foto mit dem Postauto ist für mich auch ganz speziell. Sicher 4 Anläufe brauchte ich in jenem Jahr dazu. Hier war die Kunst den optimalen Zeitpunkt zu finden. Ein paar Tage vorher blühte das Rapsfeld noch nicht, hingegen stand der Kirschbaum schon in voller Blüte.

Kirche von Kilchberg im Kanton Baselland.
Kirchturm

Das letzte Foto gehört für mich auch in die Kategorie" Keep it Simple". Schon einige Jahre habe ich versucht den Kirchturm von Kilchberg richtig in Szene zu setzen. Ich habe schon so viele Möglichkeiten abgeklappert, mit Kirschbäumen, mit weiss ich was alles.......dabei ist es so einfach! Ein Rapsfeld, eine Wiese und Nebel, fertig.....keep it simple....je länger desto mehr... Irgendein Fotograf hat mal gesagt:"....5 gute Fotos pro Jahr sind eine gute Ausbeute...." das mag stimmen wenn du erst 30 bist......aber was wenn du schon 95 bist und erst mit 70 begonnen hast zu fotografieren? Oder ist dein Ziel mit 30 jährlich 5 gute Fotos abzuliefern? Eher nicht.... Ich kann mit solchen Weisheiten nicht viel anfangen! Wenn ich heute auf 10 Jahre Landschaftsfotografie zurückblicke kann ich sagen: ich habe vieles richtig gemacht. Begonnen habe ich 2011 am Bölchen und heute bin ich im ganzen Ober-Baselbiet unterwegs. 2013 war ich das erstemal ausserhalb meiner Region, am Creux du Van. Viele schon damals populäre Spots habe ich auch besucht: Rämisgummen, Rosengarten, Stazersee etc. Auch in den Dolomiten war ich mehrmals, genauso in Berchtesgaden. Ja es gab eine Zeit da war ich ständig unterwegs, wollte dieses und jenes sehen und selber fotografieren. Ich glaube der Höhepunkt war im Dezember 2017 als wir nach Berchtesgaden fuhren. Für 3-4 Fotos 1200 km abgeraffelt. So etwas ist für mich heute unvorstellbar. Obwohl das Foto mit der Kapelle Maria Gern und den Lighttrails noch immer zu meinen liebsten Fotos gehört. Aber an Kohle hat es mir noch gar nichts eingebracht. Aber es waren schöne und lustige Tage damals in Berchtesgaden und das ist auch was wert.

Maria Gern bei Berchtesgaden im Winter
Kapelle Maria Gern

In all den Jahren habe ich vieles ausprobiert und viele Erkenntnisse gewonnen. Ich bin kein Bergfotograf,(die Ausnahme bestätigt die Regel) halte mich lieber in den gemässigteren Zonen des Ober-Baselbiets auf. Lange Autofahrten sind mir ein Greuel, vor allem in den Sommermonaten. Dafür liebe ich es den ganzen Tag mit dem E-Mountainbike im Oberbaselbiet unterwegs zu sein. Viele Orte die ich von früher, oder überhaupt nicht kannte, lassen sich jetzt leicht erreichen. Ich weiss, die Wanderer freuts jeweils weniger wenn ihnen die fast lautlosen E-Bikes um die Ohren surren. Aber es ist wie fast immer, allen Leuten recht getan, ist eine Kunst die niemand kann. Meistens ist auch die Kamera dabei, mit dem neuen 24-200 Objektiv bin ich sehr flexibel und wenn ich Abends unterwegs bin ist auch immer ein kleines Stativ und ein Fernauslöser dabei.

Was mir lange Zeit vollkommen fremd war, Tageslichtfotografie. Das mache ich heute immer mehr. Der erfahrene Fotograf sieht sicher schnell was ich auf dem obigen Foto ablichtete. Zu Fuss dahinzugelangen ist so mühsam!

Frühling im Baselbiet
Blick über das Ober-Baselbiet

Für dieses Foto oben fuhr ich dann nochmals ein paar Höhenmeter.

Manchmal kommt es anders als man denkt: hier war abends ich mit der Fotoausrüstung unterwegs zu einem schwer erreichbaren Spot im Ober-Baselbiet. Ein Plattfuss stoppte das Unterfangen. Aber auch für Bikes gibt es heute den TCS. Die holen das Bike ab, bringen es zum Velohändler und schon am nächsten Tag ist es wieder fahrbereit. Je nach Distanz muss auch immer noch ein Schnelladegerät mit in den Rucksack. Es gibt einige Bergrestaurants bei welchem man das Bike problemlos laden darf. Habe noch nie negative Erfahrungen gemacht. Ab Sommer gibt es bei einigen Ober-Baselbieter Restaurants Schnelladestationen welche in Zusammenarbeit mit Baselland-Tourismus realisiert werden.

Oftmals ist Warten angesagt, aber mit so einem Ausblick fällt mir das leicht.

Panorama von Gelterkinden im Kanton Baselland
Gelterkinden - Baselland

Als ich hier auf dem Bänkli sass und die Aussicht genoss, kam von unten ein Fotograf mit Stativ und grossem Objektiv in meine Richtung. Er war auf Fuchsjagd. Man kam ins Gespräch und als ich meinen Namen nannte überlegte er kurz: ".......ahhh...sie sind der Bölchenfotograf, der mit den Nebelwellen...." Ich habe am Bölchen mit der Landschaftsfotografie begonnen, habe die Nebelwelle populär gemacht und obwohl ich nicht mehr viel am Bölchen unterwegs bin, sind die Fotos den Leuten in bester Erinnerung. Das macht mich stolz und ich finde den Begriff "Bölchenfotograf" oder "Wellenfotograf" überhaupt nicht abwertend. Es gibt wohl nur wenige Fotografen welche so einen klangvollen Titel haben. Heute heisst das Bölchengebiet unter Insidern auch "Wirzgebirge". Wie vielen Fotografen war früher der Begriff "Baselbiet" geläufig? Ich kann mich erinnern wie ich vor ein paar Jahren während der Kirschblüte zwei Fotografen traf und mit ihnen ins Gespräch kam (gäll Fredi). Sie waren erstaunt über die wunderschöne Baselbieter Landschaft. Bis jetzt war ihnen nur der Bölchentunnel als Verbindung zwischen Mittelland und Basel bekannt. Ein anderer Fotograf meinte mal: ".....ja du hast das Baselbiet, da ist es leicht gute Fotos zu machen..." Ist das so? Hat nicht auch z.B. das Fricktal seinen Reiz? Man muss es nur ausgiebig erkunden. Du kannst in der ganzen Welt herumreisen, vielleicht bringst du den einen oder andern "Supershot" nach Hause. Aber richtig aus dem Vollen schöpfen kannst du nur in deiner näheren Umgebung. Hier bist du schnell vor Ort und auch wieder schnell zuhause, die finanziellen Aufwendungen halten sich in Grenzen. Und jetzt freue ich mich auf weitere 10 Jahre: "Fotografie im Ober-Baselbiet"

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