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Jetzt taut's

Aktualisiert: 22. Juni 2023

Ja es war ein heisser und vor allem ein trockener Sommer, obwohl ich die Hitze nicht so extrem fand. Ständig wehte die kühle und trockene Bise (Ostwind). Aber genau diese Bise sorgte für eine grosse Trockenheit in der Schweiz.


Schlurp

Aber, und jetzt sind wir beim eigentlichen Thema, unsere Gletscher mögen solch ein Klima gar nicht! Aber wem erzähl ich das, das sind jetzt keine wirklichen Breaking News. Ständig konnte und kann man davon lesen. Man brauchte nur in den Social Media Kanälen zu stöbern und schon ist man auf unzählige (Hobby) Glaziologen gestossen. Meistens waren es dieselben Leute welche sich vorher als (Hobby) Virologen während der Corona Pandemie, oder als Experten im Ukraine Konflikt wichtig gemacht haben. Ein Satz eines Hobby Virologen ist auch 2 Jahre später bei mir immer noch präsent: "......Wir sollten den Virus nicht unnötig provozieren...." Ich stelle mir noch heute vor wie dieses Virus hinter der nächsten Ravioli Büchse auf mich lauert und denke mir, ja nicht hinschauen und es....ähh ihn... unnötig provozieren, sonst springt es....ähh...er mich an! Ein Hobby Kriegsexperte meinte doch tatsächlich in einem FB Post, man könne ja unsere FA 18 der Ukraine schenken, wir kriegen ja bald neue Kampfjets.

Trockenheit im Baselbiet
August 2022 bei Rickenbach BL

Aber zurück zu den schmelzenden Gletschern und dem Naturfotograf als Glaziologe. Das ist jetzt zwar nichts Neues aber trotzdem sind diese Statements immer wieder amüsant zum Lesen und erscheinen regelmässig in gleicher Form nach oder während eines Hitzesommers. Sie gleichen sich meistens wie ein Ei dem andern. Einer schreibts vor und der Nächste plapperts nach. (Ausnahme: Stefan Grünig hat es in einem seiner letzten FB Posts sehr gut beschrieben wie es in Zukunft sein könnte) Ein Ereignis ist mir im Zusammenhang mit dem Schmelzen der Gletscher lebhaft in Erinnerung geblieben. Vor ein paar Jahren war ich am Rhonegletscher, dort traf ich einen Fotografen welcher mir lebhaft schilderte wie er den Gletscher noch in Erinnerung hat, als dieser noch fast bis Visp reichte! (Natürlich ist das meinerseits übertrieben) Nachdenklich schaute er auf das Ende der Gletscherzunge und kurz danach packten wir unsere Fotoausrüstung zusammen und machten uns auf den Weg zum Parkplatz. Dort angekommen verabschiedete er sich und steuerte auf einen dunklen, panzerähnlichen SUV zu. Er startete das 3L Dieselaggregat und verschwand in einer dichten Russwolke Richtung Furkapasshöhe.


Jemand anders meinte, dass uns dieses Gletscherwasser in Zukunft noch fehlen wird.....stieg in einen japanischen Allrad mit Boxermotor, Modell "Förster der Schluckspecht" und brauste davon. Ich denke die meisten Leser verstehen worum es mir geht, es gibt auch ein passendes Sprichwort dazu: Wasser predigen und Wein trinken! Was erhofft man sich mit solchen Gletscherposts? Andere Fotografen darauf aufmerksam machen? Ein Schulterklopfen? Gemeinsam austauschen wie es vor 50 Jahren war? Oder das schlechte Gewissen beruhigen? Wem nützt das? Wenn wir weiter mit grossvolumigen, 4x4 Monstern zu den Spots fahren nützt das keinem Gletscher. Oder wenn wir wegen jedem kleinen Vulkanausbruch (ok, bei den grösseren wird's schwierig) in Scharen zu den Flugplätzen eilen und sogar Privatjets buchen und danach völlig aufgelöst und mit Tränen in den Augen schildern, wie toll doch dieser Vulkanausbruch ist.....ja dann hat die Scheinheiligkeit wohl ihren Höhepunkt erreicht. Aber ich bin sicher, ich werde bald eines Besseren belehrt, das geht noch besser. Ach ja....danach werden stolz die angesengten und halb verbrannten Drohnen gezeigt und es wird gewetteifert wer jetzt mehr Drohnen verbraten hat! Sorry Leute, was hat das alles mit Naturschutz zu tun? Dann war da noch der Fotograf welcher nicht ohne Stolz erzählte, wie er eine seiner Drohnen im ewigen Eis (?) ähhh...schmelzenden Eis versenkte.... Machen wir doch jetzt kurz einen Abstecher, rüber zu den Hobby Agronomen: Kürzlich habe ich in einem anderen Blogpost gelesen, dass Maisanbau den Boden schont! Ich möchte die Autorin und Hobby Agronomin korrigieren: Das Gegenteil ist der Fall! Aber genau so ein Schmarrn wird dann den Workshop Teilnehmern verzapft. Wer's braucht...

Ich denke wir können definitiv festhalten: weder ein Landschaftsfotograf noch der hochgelobte Naturfotograf sind echte Naturschützer! Das Gegenteil ist der Fall. Mit ihren Fotos ziehen sie die Fotografen in Scharen an. Und das hat jetzt nichts, aber auch rein gar nichts mit Naturschutz zu tun. Nur selten wird einer mit seinem Drahtesel zum Spot im Emmental radeln.....ich kenne auch keinen Fotografen welcher mit dem Radl auf den Lofoten, oder in Südafrika damit auf Safari war!

Ich fühlte mich allerdings hin und wieder wie auf einer E-Bike Safari in der Baselbieter Steppe. Ein paar Impressionen aus dem Ober-Baselbiet.

Obere Weid - Farnsberg - Baselland

Was ist eigentlich der Klimawandel und was können wir dagegen tun? Der Klimawandel wird hauptsächlich durch den Anstieg der Treibhausgase verursacht, insbesondere durch den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2). Dies geschieht hauptsächlich durch den Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas in der Industrie, im Transport und in der Landwirtschaft.

Einer der offensichtlichsten Auswirkungen des Klimawandels ist der Anstieg der Temperaturen. Dies führt zu einer Erwärmung der Ozeane, einer Schmelze des arktischen Eises und einer Veränderung des Klimas in vielen Regionen der Welt. Ein weiteres Problem ist der Anstieg des Meeresspiegels, der zu Überschwemmungen und Erosion führen kann.

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme. Pflanzen und Tiere müssen sich an die sich verändernden Bedingungen anpassen oder aussterben. Dies kann langfristig Auswirkungen auf die Nahrungsketten und die Gesundheit der Ökosysteme haben.

Die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit sind ebenfalls von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Der Anstieg der Temperaturen und die Veränderungen des Niederschlags können die Erträge von Anbauflächen beeinträchtigen und die Wasserversorgung gefährden.

Ein weiteres großes Problem sind die zunehmenden Naturkatastrophen, die durch den Klimawandel verursacht werden, wie zum Beispiel Wirbelstürme, Dürren und Überschwemmungen. Diese Katastrophen können zu großen Schäden führen und in manchen Fällen sogar zu humanitären Krisen.

Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir uns auf verschiedene Maßnahmen einigen. Eine wichtige Maßnahme ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, insbesondere durch den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und den Ausbau erneuerbarer Energien.

Das letzte Wasserloch in der Baselbieter Steppe

In diesem Wasserloch oben lagen ein paar Wochen vorher immer ein paar Wasserbüffel, es lag schon damals ein grausamer Gestank in der Luft wenn ich mit dem Mountainbike vorbeifuhr. Aber in diese giftgrüne Brühe trauten sie sich dann nicht mehr.

Dürre im Baselbiet 2022

Zum Schluss möchte ich doch noch darauf hinweisen wie erfreulich sich die Fauna in der Schweiz und besonders im Baselbiet entwickelt. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass sich der Wolf so schnell ausbreitet in der Schweiz. Mittlerweile sind es um die 180 Tiere. Vereinzelt haben sie auch schon den Weg durchs Baselbiet gefunden. 3 Wölfe wurden seit November 2021 im Raum Zeglingen gesichtet. Ziemlich sicher alles männliche Jungtiere. Interessant wird es wohl erst wenn es einer Wolfsdame im Baselbiet besonders gut gefällt! Update: Inzwischen gibt es ein Wolfsrudel im südlichen Schwarzwald, am Schluchsee. Ich denke lange geht es nicht mehr bis zum ersten Wolfsrudel im Baselbiet. Entgegen der Meinung der Experten bin ich überzeugt davon, dass es dem Wolf im Oberbaselbiet gefallen wird....vorerst zumindest! Oder die Wildkatze. Was wurde ich belächelt damals 2011, als ich behauptete im Gebiet des Bölchen hat es Wildkatzen. In der Zwischenzeit weiss man, dass sie im Baselbiet weit verbreitet sind und jetzt beginnen das Mittelland zu besiedeln.

Wildkatze Baselland

Bald wird auch der Hirsch die Nordwestschweiz besiedeln, wenn denn der schon seit über 10 Jahren geplante Wildkorridor über die Autobahn fertig gestellt ist. Wusstest du dass sich im Raum Neuendorf (Egerkingen) schon seit Jahren ein Hirschrudel angesiedelt hat? Wahrscheinlich aus dem Emmental zugezogen. Sie können ohne Wildkorridor nicht weiterziehen. Update 01.10.22: Der Wildkorridor wird 2030 fertiggestellt sein. (Ursprünglich geplant für 2011) Am 28.09.22 wurde ein 4-5 jähriger Hirschstier, ein Zehnender, bei einer Autobahnausfahrt auf Baselbieter Boden überfahren und getötet. Der Autofahrer machte sich ohne Meldung an die Polizei "vom Acker" Oder der Luchs, seit Mitte der 80iger Jahre wieder am Bölchen heimisch. Ich hatte das Glück während etwa 5 Min. dieses wunderschöne Tier mit eigenen Augen zu sehen. Was du vielleicht auch nicht weisst, der Kolkrabe war in der Schweiz fast ausgerottet. In der Zwischenzeit hat sich der Bestand erholt und gilt nicht mehr als gefährdet. Ich freue mich immer wenn ich ein Kolkrabenpaar in der Luft sehe, wie sie ihre Kunststücke zeigen und dabei ihren typischen Laut von sich geben. Oder die Wiederansiedelung des Bartgeiers? Vor kurzem wurden im Naturpark Thal die ersten Wisente geliefert. Das Ziel ist die Auswilderung dieser Bisonähnlichen Rasse. Noch befinden sie sich in einem Gehege, aber wer weiss....vielleicht treffen wir bald auf eine Wisentherde beim Aufstieg zur Röti? Womit wir bei den Gämsen sind. In der Zwischenzeit dürfte es sich auch ausserhalb der Nordwestschweiz herumgesprochen haben dass im Jura Gämsen leben. Sie waren mal ausgerottet und 1959 hat man sie in der Schweizer Belchenregion wieder angesiedelt und später auch am Creux du Van. In der Zwischenzeit sind sie vor allem im Winter auch unmittelbar vor den Toren von Sissach anzutreffen.

Gämsbock Baselland

Hin und wieder liest man auch von Marderhunden oder Waschbären welche probieren sich hier anzusiedeln. Sie werden abgeschossen da sie nie zur heimischen Fauna gehörten. Marderhunde wurden in den 80iger Jahren zu 10-tausenden auf Pelzfarmen in Sibirien freigelassen und sind in der Zwischenzeit vereinzelt auch hier anzutreffen. Ich bin mir sicher ein Exemplar 2015 frühmorgens auf dem Weissenstein gesichtet zu haben. Sind das nicht schöne Schweizer Erfolgsgeschichten auf die wir stolz sein dürfen? Warum gibt es darüber nicht mehr Posts? Anscheinend sind auch in der Fotografenwelt oder zumindest in weiten Teilen davon nur Bad News Good News! Vielleicht wäre es doch an der Zeit einen vielzitierten und gerne benutzten Spruch eines Amerikanischen Präsidenten etwas abzuändern: "Frage nicht was die Natur für dich tun kann, sondern frage dich was du für die Natur tun kannst" Vielleicht kommt dir ja dieser Spruch in den Sinn wenn du nächsten Sommer wieder vor einem schmelzenden Gletscher stehst und danach in deinen V8 Bigblock einsteigst? Ach ja....ich mag da eher den Turboknall mit Stichflamme.....

Einfach damit wir uns richtig verstehen: ich poste hin und wieder Storys auf Insta von Luxusautos. Ich freue mich auch mit dir, wenn dich dein Lamborghini V12 Sound glücklich macht! Ich war ja jahrzehntelang selber verwurzelt in der Motorsport Szene und es liegt mir fern, irgendjemanden wegen seiner Luxuskarosse anzuprangern... es sei denn du machst einen Gletscherpost und jammerst wegen dem schmelzenden Eis....

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