• Adrian Wirz

Sonnenblumen im Baselbiet


Schon viele Jahre war ich auf der Suche nach einem Sonnenblumenfeld im Baselbiet. Jahrelang vergebens. Im Schweizer Mittelland gibt es solche Felder zuhauf, aber im oberen Baselbiet? Fehlanzeige!

Mitte Juli war ich in der Region Oensingen im Kanton Solothurn unterwegs. Dort hatte es jede Menge Sonnenblumenfelder, aber meistens störten Stromleitungen die ungetrübte Sicht auf den Sonnenuntergang, zudem verschwindet die Sonne relativ früh hinter der ersten Jurakette. Aber ich fand ein Feld welches optimal passte, nur war ich schon relativ spät dran und so knipste ich von Hand. War eine Sonnenblume zu nah am Objektiv und störte den Gesamteindruck, hängte ich die ganze Blume einfach beim "Nachbar" unter und konnte mir so eine passende Komposition zurechtbiegen. Andere Fotografen sind da weniger zimperlich, darauf komme ich später noch zu sprechen.

Aber jetzt zu den Sonnenblumenfeldern im Baselbiet.

Leider ist es im Baselbiet noch schwieriger den Sonnenuntergang mit auf den Sensor zu bannen. Das Baselbiet ist von Hochebenen umgeben und dazwischen liegen Täler. Im Ergolztal, zwischen Ormalingen und Rothenfluh, hatte es dieses Jahr fünf schöne Sonnenblumenfelder. Aber muss immer der Sonnenuntergang mit auf das Foto? Natürlich wäre es ein Traum ein solches Feld auf einer Hochebene im Baselbiet zu finden, aber ich genoss den Anblick auch ohne Sonnenuntergang. Andere versuchten wohl mit roher Gewalt eine passende Komposition zu finden.

Zweimal innert Wochenfrist war ich bei diesem Feld. Was ich beim zweiten Besuch sah, liess mich doch zweifeln am Verstand anderer Fotografen. Da wurden Blumen einfach umgeknickt und lagen danach verkümmert und am vertrocknen am Boden. Ich bin ganz sicher kein Moralapostel und habe auch schon oft "aufgeräumt" um den perfekten Blick zu erhalten. Aber hier ist sowas vollkommen unnötig. Tausende von Blumen, es ist absolut nicht nötig das Feld zu betreten und mit etwas Fantasie kriegt jeder eine freie Sicht. Ich stand minutenlang und fassungslos am Rand dieses Feldes und schaute mir die "Bescherung" an. Ich zählte ungefähr 15 umgeknickte Pflanzen, mehr wollte ich gar nicht sehen.

Auf jeden Fall finde ich es schön dass solche Felder nun auch im Oberbaselbiet anzutreffen sind.


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