• Adrian Wirz

Buus - Back to the Roots


Die Kirschblütensaison ist vorbei, es ist wieder Ruhe eingekehrt im Baselbiet, so auch im kleinen, ehemaligen Bauerndorf Buus im Kanton Baselland. In letzter Zeit habe ich viel Zeit in dieser Gegend verbracht, hier sind meine Wurzeln, unzählige glückliche Stunden durfte ich hier verbringen.

Als ich letztes Jahr diesen Aussichtspunkt zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder besuchte und die Stille genoss, kamen manche Kindheitserinnerungen hoch. Meine beiden Eltern sind beide in diesem Dorf aufgewachsen, ich selber habe aber nie hier gewohnt, ja ich bin sogar im Kanton Aargau geboren. Trotzdem verbrachte ich in den Schulferien immer einige Tag bei meinen Grosseltern welche damals einen kleinen Bauernbetrieb besassen, mit Kühen, Schweinen, Schafen, Hühnern und natürlich Pferden. Mein Grossvater war stolzer Kavallerist im Aktivdienst und Pferde waren sein Ein und Alles. Ich selber hatte nie einen Bezug zu Pferden. Trotzdem weiss ich heute immer noch die Namen seiner drei letzten Pferde. Ulan, Rella und Jeanette. Viel lieber waren mir seine Hunde und unzähligen Katzen, aber vor allem seine jeweiligen Deutschen Schäferhunde hatten es mir angetan. Mit ihnen erkundete ich mit Begeisterung die nähere Umgebung.

Vieles hat sich verändert seit diesen Jahren, das Traktorengebrumm im Dorf ist mehrheitlich verschwunden wie auch sehr viele Kirschbäume. Damals waren die Felder voll und jeweils anfangs Schulferien im Sommer, war das ganze Dorf auf den Bäumen, ich auch! Es gehörte aber bei weitem nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Viel lieber baute ich mir ein Zelt unter einem Kirschbaum und reiste in meiner Fantasie nach Montana, dort waren Bessy und Andy zuhause. Stapelweise besass ich diese Comics und immer und immer wieder las ich diese spannenden Geschichten. An einen Standort auf einem kleinen Hügel mag ich mich ganz besonders gut erinnern. Heute steht auf diesem grossen hügeligen Feld kein einziger Kirschbaum mehr.

Heute besitze ich nur noch wenige Exemplare dieser damals sehr umfangreichen Sammlung. Später unternahm ich unzählige Streizüge mit den Deutschen Schäfern meines Grossvaters und erlebte im Kleinen die Abenteuer von Bessy und Andy in der Wirklichkeit. Die Begegnung mit einem Rudel Wildschweine welche urplötzlich vor mir standen, oder im tiefsten Winter bei einsetzender Dunkelheit als uns ein Keiler in der Spur folgte weil der Schnee so hoch lag, bleiben unvergesslich. Viele Jahre später besass ich selber mal eine "Bessy" ,allerdings war es ein Rüde und hörte auf den Namen (A) Laska. Auch mit ihm unternahm ich kilometerlange Wanderungen, damals wohnte ich in Wenslingen und Zeglingen. In Buus habe ich aber auch meine ersten Gehversuche in der Fotografie unternommen. Als 11-jähriger wünschte ich mir eine Kamera zu Weihnachten und die Freude war gross als ich unter dem Weihnachtsbaum eine Agfa entdeckte. Die hatte damals so Filmkassetten welche man einlegen musste und Blitzwürfel zum aufstecken. Nach jedem Blitz war das Ding verschmort und man musste den Würfel drehen. Die ersten Fotos damit habe ich im Garten des Bauernhauses meiner Grosseltern gemacht.

Wie ich so dasitze und über Vergangenes sinniere, erinnere ich mich auch an die traditionelle Fackelabfahrt von der Farnsburg ins Dorf. Die Einwohner von Buus versammelten sich auf dem steilen Feldweg (etwa obere Bildmitte) um dieses Erlebnis zu geniessen. Wie gerne wäre ich doch auch einer dieser Skifahrer gewesen. Oftmals mussten die Skifahrer den Weg von Schneefeld zu Schneefeld suchen! Auch einen Skilift hatte es in Buus, viele Jahre später suchte ich nach den Spuren und fand das Seil mit den Bügeln verrostet im Wald liegen. Heute ist Buus vor allem wegen eines besonders schönen Kirschbaums unter Fotografen bekannt. Der Besitzer hegt und pflegt ihn. Früher wäre das wohl nicht möglich gewesen allen Kirschbäumen die selbe Aufmerksamkeit zu schenken.

Ein Foto aus der Heimatkunde von 1970. Wer genau hinschaut, entdeckt den Standort dieses heute beliebten Fotosujets. Beim Betrachten dieses knapp 50 Jahre alten Fotos, erinnere ich mich auch gerne an die Zwetschgen und Mirabellen Bäume meiner Grosseltern, der Standort dieser Bäume war ganz links im unteren Bilddrittel, heute ist dort alles mit Neubauten verbaut. Damals wurden die Bäume ohne grosse Planung gepflanzt, erste Anzeichen einer Modernisierung zeigten sich allerdings schon damals. Wer "den Kirschbaum" kennt, fährt an einer Kirschbaumplantage auf einem Hügel vorbei. Ich fand diese Anlage schon damals grässlich und bin auch heute kein Freund solcher Plantagen.

Kirschbäume in Reih und Glied bei Buus. Früher auch eher eine Seltenheit.

Hier noch ein Foto von meinem Grossvater (väterlicherseits) mit seinen beiden Pferden "Rella" und "Jeanette" ebenfalls aus dem Jahre 1970.

Ich war immer gerne in Buus und mag den Charme dieses Oberbaselbieter Dorfes auch heute noch, auch wenn ich nie dort gewohnt habe.

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