• Adrian Wirz

Tête de Ran: Arktischer Jura


Mitte Februar war ich zusammen mit Andreas Gerth zweimal auf dem Tête de Ran im Neuenburger Jura. Das erstemal fuhren wir früh am Nachmittag los um die Gegend genau zu erkunden. Dicker Nebel empfing uns auf rund 1400 M.ü.M. Wir schnallten unsere Schneeschuhe an und los ging es. Erfahrungsgemäss weiss ich dass sich auf solchen Höhen die Nebellage jeweils schnell ändert.

Während Andreas die Gegend rund um den Gipfel in Augenschein nahm, suchte ich mir einen Weg entlang der Krete, der Schnee lag rund einen Meter hoch und riesige Schneeverwehungen türmten sich entlang des Grats. Aber mit Schneeschuhen waren diese leicht zu meistern.

Nachdem zwischenzeitlich die Sonne schien zog gegen Abend der Nebel wieder aus dem Tal hoch.

Wunderbare Stimmungen auf dem Tête de Ran

Genau richtig zum Sonnenuntergang verzog sich der Nebel.

Noch nicht unbedingt das was wir uns erhofften, der passende Spot fehlte noch. Aber ein Anfang war gemacht.

Vier Tage später starteten wir einen neuen Versuch. Die Wettervorhersage versprach eisigkalte Temperaturen und Nebel sollte auf dieser Höhe kein Thema sein. Morgens um 4 Uhr ging es los. In Neuchâtel angekommen zeigte das Thermometer im Auto -7 Grad und versprach eine lauschige Schneeschuhwanderung auf den Tête de Ran. Mit jedem Höhenmeter sank die Temperatur und wir scherzten noch, ob wir die -12 Grad wohl noch schaffen. Aber die Temperatur fiel immer tiefer und pendelte sich auf der Vue des Alpes bei -14 bis -15 Grad ein. Ein kurzer Augenschein auf dem Parkplatz, kein Nebel in Sicht. So warteten wir noch etwas im Auto. Aber je länger ich dort wartete, um so schwerer fiel mir die Vorstellung jetzt raus in die arktische Kälte zu müssen. So überwanden wir uns beim ersten hellen Schimmer am Horizont und schnallten unsere Schneeschuhe an den Füssen fest. So wanderten wir rund 20 Minuten bis zum Gipfel, aber in der Zwischenzeit hatte sich Nebel gebildet und verhüllte die ganze Landschaft. War wohl nichts mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Wir platzierten unsere Stative und warteten. Plötzlich zeigte sich fahl die Sonne und jetzt musste alles schnell gehen!

Ich wechselte ein paarmal den Standort, die Stimmung war einfach traumhaft!

Nach diesem frühmorgendlichen Lichtspektakel zogen wir weiter, immer dem Grat entlang. Auf der grossen Weide angekommen, zog es Andreas weiter nach hinten Richtung Wald. Ich blieb an diesem Ort.

Frische Luchsspuren auf dem Tête de Ran im Neuenburger Jura. In der Zwischenzeit hatte sich der Nebel in die tieferen Regionen verzogen und gab den Blick frei auf eine wunderschöne und märchenhafte Winterlandschaft hoch oben im Neuenburger Jura. Ich zog meine Spuren in die frischverschneite Landschaft, das Fotografieren stand im Moment nicht im Vordergrund, vielmehr interessierten mich die frischen Tierspuren und ich versuchte herauszufinden welche verschieden Tierarten hier kürzlich ihre Spuren hinterlassen hatten. Aber eine Spur zog meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Ich folgte ihr mehrere hundert Meter. In gerader Linie zog sich die Spur, sie führte direkt über Baumstrünke ohne einen Umweg. Mir war ziemlich schnell klar dass es sich um einen Luchs handeln musste. Ich folgte der Spur bergwärts, verlor sie aber danach auf dem Grat, weil der Luchs wohl auch die Bequemlichkeit liebt und dem Schneeschuhwanderweg folgte. Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment einen Luchs in dieser grandiosen Schneelandschaft zu sehen und zu fotografieren!

Nach einer guten Stunde tauchte auch Andreas wieder auf und wir machten uns auf den Rückweg zum Parkplatz und freuten uns riesig über diesen wunderschönen Morgen......aber genauso freute ich mich auf einen Kaffee im nahegelegenen Restaurant. Danach ging es weiter auf den Mont Soleil, welcher an diesem Tag seinem Namen alle Ehre machte.

Auf dem Mont Soleil mit Blick zum Chasseral

Juvent Windturbine auf dem Mont Soleil. Zum Abschluss war auch noch ein Besuch auf dem Mont Crosin im Berner Jura auf dem Programm. Auch dort erwarteten uns tiefverschneite Tannen in einer faszinierenden Winterlandschaft, da aber auf diesem Berg eine unzählige Langläufer ihre Runden auf der Loipe zogen, war es nicht ganz so ruhig wie auf den vorherigen Jurahöhen.

Winterlandschaft auf dem Mont Crosin

Danach war die Heimfahrt auf dem Programm, ein langer, anstrengender aber wunderschöner Tag neigte sich dem Ende zu. Zufälligerweise war Roland "Bill" Moser auch gerade auf der Heimfahrt von der Arbeit, wir überholten ihn kurz nach Biel auf der Autobahn und so trafen wir uns noch bei der nächsten Raststätte auf einen Kaffee.

Ein weiterer Blogbeitrag vom Tête de Ran im Frühling wenn die Osterglocken blühen, findest du in folgendem Beitrag: Tête de Ran und Vue des Alpes

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