• Adrian Wirz

Eine Nacht auf dem Pilatus


Ende Mai war ich zusammen mit Roland Moser und Andreas Gerth zum ersten Mal auf dem Pilatus. Zuerst stand zur Diskussion oben im Hotel zu übernachten, aber die Preise für die 2-3 Stunden Schlaf schienen mir dann doch etwas übertrieben. So beschlossen wir "Outdoor" zu biwakieren.

Zuerst mussten wir mal unten in Alpnachstad anstehen, eigentlich dachten wir dass um 17 Uhr abends und an einem Freitag kein grosser Ansturm mehr auf die Zahnradbahn sein sollte, aber da haben wir uns getäuscht.

Blick auf die Warteschlange vor der Pilatusbahn. Andreas Gerth und Roland Moser

Auf dem Pilatus, Adrian Wirz und Andreas Gerth.

Sonnenuntergang auf dem Pilatus. Da die Biwakierungsmöglichkeiten auf dem Pilatus doch etwas eingeschränkt sind, beschlossen wir gleich bei der Aussichtsplattform zwischen den Bänken zu übernachten. Doch zuvor freuten wir uns auf ein ausgiebiges Nachtessen mit Kuchen zum Dessert. Jeder hatte seinen Gaskocher mit dabei und unterschiedliche, gefriergetrocknete Adventure Food Menüs. Ich spendierte Andreas ein Menu aus meiner zahlreichen Auswahl.

Eine kleine Auswahl meiner Adventure Food Menus.

Roland entschied sich für Kartoffelstock mit Rindfleisch und Gemüse, Andreas für Teigwaren nach Jägerart und ich für italienische Pasta mit Tomatensauce. Das Wasser war schnell erhitzt und dann hiess es 10 Minuten warten und wir freuten uns auf unser Nachtessen. Andreas hatte noch drei Flaschen Wein mit dabei und so waren wir auch getränkemässig bestens ausgerüstet.

Mise en Place

Rolands Menu: Kartoffelstock mit Rindfleisch und Gemüse. Hinten in der Bildmitte sieht man auch die "Suppe Jägerinnenart"

Italienische Küche auf dem Pilatus. Eigentlich war alles bereit für ein Festmahl auf dem Pilatus! Aber wie ich da nach rechts schaue sehe ich Andi wie er lieblos in seiner "Suppe nach Jägerinnenart" rumrührt. Als er meinen fragenden Blick sieht meint er ganz unverfroren : "Du hast nichts dagegen wenn ich meinen mitgebrachten Cervelat esse !?!"

Ich konnte ihn dann nach langem hin und her überzeugen mal von meiner Pasta zu probieren, und siehe da, er war begeistert! So tauschten wir unsere Menüs. Vielleicht sollte ich mal einen Testbericht über die verschiedenen Marken der gefriergetrockneten Outdoor Menüs schreiben. Empfehlen kann ich auf jeden Fall die Marke "TRAVELLUNCH" , da habe ich bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht! (Andreas Menu war die Marke "TREK'N EAT"). Auch die Marke "ADVENTURE FOOD" kann ich empfehlen. Aber auch hier gilt wohl dass die Geschmäcker verschieden sind. Auch wenn die Menus ziemlich fetthaltig sind, man fühlt sich danach gesättigt und gestärkt für weitere Aktivitäten. Da ich das Plastikgeschirr und Besteck ungereinigt in meinem F-Stop in einem äusseren Fach verstaute, griff ich zuhause zuerst in eine Fettlache. Jetzt war die Taschenlampe, das Sackmesser und einige andere Sachen mit einem Fettfilm überzogen. Aber wenigstens ist das Fach jetzt auch von innen Wasserdicht! Ich wollte ich unbedingt auf den "Esel". (Ich weiss inzwischen, dass dies der gegenüberliegende Berg ist und kein Transportmittel). Aber oohh Schreck, der Pfad dort hinauf war noch gesperrt wegen der Schneeverwehungen. Diese waren zwar am schmelzen, aber auch die Geländer waren noch demontiert. Aber hindert mich so was? Nicht wirklich. Die Absperrung war schnell überwunden. Aber ich kam nur bis zur ersten Biegung, dort musste ich mich wegen der tauenden Schneemassen ganz am äusseren Rand nach oben bewegen. Mit einem schweren Fotorucksack, der mich wie magisch nach aussen zog, ein heikles Unterfangen, zumal es links steil und heftig runtergeht. Nach der ersten Kurve musste ich passen. Die Vorstellung bei Nacht dann wieder runter liess die Vernunft siegen. Schade, so konnte ich meine Bildidee nicht verwirklichen. Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten dort oben!

Zuerst genossen wir einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Schweizer Jura.

Als es dann richtig dunkel war bereiteten wir unser Nachtlager vor, zuerst gab es aber noch selbstgebrauten Kaffee und Kuchen!

Danach gab es ein paar Stunden Schlaf, um 4 Uhr klingelte schon wieder der Wecker.

Roland Moser und Andreas Gerth, warten auf den Sonnenaufgang.

Die Rigi vor Sonnenaufgang. Danach war wirklich Warten angesagt, die erste Bahn runter fuhr erst um 8.45 Uhr und das erste Restaurant oben öffnete um dieselbe Zeit. So verbrachten wir die Zeit mit Kaffetrinken.

Das obligatorische Foto bei der Talstation.

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