• Adrian Wirz

Im Fokus: Thomas Marmet


Thomas Marmet "tauchte" vor etwa 4 Jahren in der Fotografenszene auf und beim Betrachten seiner ersten Fotos wurde sein Talent schnell offensichtlich. In der Zwischenzeit durften wir viele wunderschöne Landschafts- und Tierfotos von ihm bewundern. Ein Grund mehr, dass wir auch bei ihm mal etwas hinter "die Kulissen" schauen. Thomas Marmet wird am 25. November 2017 am Belchen-Foto-Event seinen Vortrag "Berglicht" einem grösseren Publikum vorstellen.

Erzähl uns doch etwas über dich, wo du wohnst, wie hast du zur Fotografie gefunden?

Ich komme aus dem Emmental, bin 1991 geboren und fotografiere seit 2011. Nach meiner Lehre als Bäcker/Konditor kaufte ich mir meine erste Spiegelreflexkamera und wurde sofort vom Fotovirus angesteckt. Am Anfang versuchte ich die Vögel am Winterfütterungsplatz zu fotografieren. Weil dies mit dem Kitobjektiv nicht sonderlich gut funktionierte, begann ich mich intensiv mit der Fotografie auseinanderzusetzen und sammelte so mit der Zeit immer mehr Wissen. Mit welcher Kamera und Objektiven fotografierst du zur Zeit? Momentan nutze ich zwei Kameras, die EOS 5D Mark IV und die EOS 7D Mark II von Canon. Dazu benutze ich ein 16-35mm Weitwinkelzoom, das 70-200mm, eine 400mm Festbrennweite, dazu bei Bedarf einen 1.4x und 2x Konverter und noch ein 100mm Makroobjektiv. Gibt es Fotomotive die du bevorzugst und solche die du eher weniger magst? Ich bin oft und gerne draussen in der Natur unterwegs und fotografiere am liebsten Landschaften und Tiere. Besonders angetan haben es mir die Schweizer Alpen. Sie bieten viele wilde und abwechslungsreiche Landschaften auf engstem Raum. Dazu ist das Wetter oft unberechenbar, so dass sich immer wieder unglaubliche Stimmungen ergeben welche ich besonders gerne fotografiere. Um die Chancen auf eben diese Stimmungen zu erhöhen, biwakiere ich manchmal mehrere Tage in den Bergen. Das bietet mir einen wunderbaren Ausgleich zum Arbeitsalltag. Welches sind deine drei schönsten Fotos? Eine sehr schwierige Frage. Vor allem weil immer wieder neue Bilder dazukommen ist eine Auswahl nicht ganz einfach, und würde wohl in ein paar Wochen wieder ganz anders aussehen.

Nebelwelle am Grimselpass: Kurz bevor die Pässe im Winter 2015 geschlossen wurden, bin ich noch ins Berner Oberland gefahren. Für den Sonnenuntergang war ich leider zu spät dran und die eiskalte Nacht auf über 2‘700m.ü.M. war alles andere als angenehm. Doch als ich am Morgen diese wunderbare Stimmung sah, war die Kälte schnell vergessen.

Gämse: So schönes Licht wie an diesem Morgen hatte ich noch selten. Für einen kurzen Moment leuchtete die Sonne durch einen kleinen Spalt zwischen dem Horizont und den Wolken der aufziehenden Kaltfront und tauchte die Szenerie in ein rot-violettes Licht. Ich war sehr froh, nach einigen misslungenen Anpirschversuchen, genau im richtigen Moment nahe genug bei einer kleinen Gruppe von Gämsen zu sein.

Bachalpsee: Obwohl der Wetterbericht für diesen Morgen nicht sehr gut ausgesehen hatte, drückte die Sonne doch noch kurz durch und zauberte diese wunderschöne Lichtstimmung an den Himmel. Sicher hast du auch spannende Erlebnisse während deiner Foto-Touren erlebt, erzähl uns doch etwas davon: Vor noch nicht allzu langer Zeit hatte ich im Jura eine Begegnung mit einem Luchs. Obwohl ich wusste, dass es in dem Gebiet Luchse geben soll, hatte ich bei meinen bisherigen Streifzügen nie irgendwelche Spuren von diesen Tieren gefunden. Auf den Luchs traf ich dann völlig unerwartet zur Mittagszeit, auf einer Erkundungstour. Die Kamera hatte ich nur dabei weil ich zuvor ein paar Gämsen beobachtet habe. Nach einer halben Stunde anpirschen konnte ich ein paar tolle Bilder von diesem scheuen Tier machen. Was fasziniert dich an der Tier- und Landschaftsfotografie? Mich hat die Naturfotografie gelernt ruhiger und geduldiger zu werden. Mehr auf die kleinen Dinge zu achten und dafür dankbar zu sein. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit tut es mir unheimlich gut, draussen zu sein und das Wetter zu spüren, nicht immer erreichbar zu sein und einfach nur die Freiheit geniessen zu können. Gibt es ein Land welches du unbedingt einmal besuchen möchtest? Ja, da gibt es einige. Einerseits fasziniert mich der Norden, zum Beispiel Länder wie Norwegen, Finnland, Grönland und Alaska. Andererseits würde ich gerne einmal nach Afrika reisen. Dort üben die Wüsten und die artenreiche Tierwelt eine grosse Anziehungskraft auf mich aus.

Welches Motiv fehlt dir noch in deinem Portfolio ?

In naher Zukunft will ich mich mehr mit den Gletschern der Alpen auseinandersetzten, die ja jetzt schon deutlich kleiner sind als noch vor wenigen Jahrzehnten. Da gibt es unzählige wunderschöne und einzigartige Orte zu entdecken, welche wohl leider bald ganz anders aussehen werden. Du leitest ja selber Foto-Workshops, was macht dir jeweils am meisten Freude dabei und erzähl uns doch etwas über deine geplanten Workshops? Es macht mir grossen Spass mein Wissen weiterzugeben. Es ist schön zu sehen wenn man, meist durch einen kleinen Tipp, jemanden bei der Lösung eines Problems unterstützen kann. Dieses Jahr sind noch ein paar Workshops geplant und es hat noch freie Plätze. Auch im nächsten Jahr will ich das Angebot weiter ausbauen, einige Ideen sind bereits in der Planung. Ausserdem stehe ich gerne für Privatcoachings zur Verfügung. Gibt es eine oder mehrere Personen welcher/n du an dieser Stelle ein „Herzliches Dankeschön“ aussprechen möchtest? Ein grosses Dankeschön geht an Manfred Stutz wildfoto.ch mit dem ich oft zusammen unterwegs bin und schon einige schöne Momente mit ihm teilen durfte.Weiter möchte ich meiner Familie danken für die Unterstützung. Und zum Schluss natürlich auch dir, Adrian. Danke für diese Gelegenheit mich hier vorstellen zu können. Vielen Herzlichen Dank Thomas für diese interessanten Einblicke! Die Website von Thomas Marmet: natur-momente.ch

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