• Adrian Wirz

Im Fokus: Martin Mägli


Den Berner Fotograf Martin Mägli muss ich keinem Schweizer Fotografen speziell vorstellen. Er

verzaubert uns immer wieder mit seinen stimmungsvollen Landschaftsfotos. Um so mehr interessiert uns ein kleiner Blick hinter die Fassade dieses sympathischen Berners.

Erzähl uns doch etwas über dich, wo du wohnst, wie hast du zur Fotografie gefunden?

Ich wohne zusammen mit meiner Frau Esther und unseren beiden Söhnen Timon und David im ländlichen Herbligen im Kanton Bern.

Zur Fotografie gefunden habe ich bereits vor über 20 Jahren als Jugendlicher. Als ich damals eine Multivisions-Diashow besucht habe, war ich hin und weg und wusste, dass ich so etwas selber auch machen will. Auf einer Reise in den Südwesten der USA packte mich dann der Fotovirus endgültig und er hat mich seit da nicht mehr losgelassen. Seit 2014 betreibe ich die Fotografie professionell. Mit welcher Kamera und Objektiven fotografierst du zur Zeit? Seit meinem Umstieg von analog auf digital, fotografiere ich mit Nikon. Zur Zeit habe ich eine D810 und eine D750. Objektive habe ich sowohl Zoomobjektive, wie auch Festbrennweiten zwischen 14 und 500mm. Gibt es Fotomotive die du bevorzugst und solche die du eher weniger magst? Ich fotografiere alles gerne, was ästhetisch schön anzusehen ist. Am liebsten fotografiere ich spektakuläre Landschaften im besonderen Licht, Wildtiere, Naturdetails, aber mittlerweile auch Hochzeiten, Menschen und Architektur. Was mich kaum interessiert, sind Studioaufnahmen. Welches sind deine drei schönsten Fotos? Phu, das ist eine schwierige Entscheidung und kann ich so eigentlich nicht beantworten. Ich entscheide mich aber einmal für 3 Fotos die mir im Moment gerade besonders gut gefallen.

Ich liebe das Panoramaformat und fotografiere oft so. Wenn man dann noch einen so grandiosen Ausblick hat, dann heisst das Staunen pur!

Reisen ins Ausland sind für mich leider rar geworden. Deshalb geniesse ich sie umso mehr. Da ich schon früher oft im Norden war und zu Zeiten vor dem Internet (ja, ja das gab es) viele Nächte mit dem Warten auf Polarlichter verbracht habe, ist dieses extrem starke Polarlicht letztes Jahr in Island eins meiner eindrücklichsten Erlebnisse. Obwohl ich die stärksten Lichter verpasst habe, weil ich genau dann die Location gewechselt habe, gefällt mir dieses Bild doch ausgezeichnet.

Fotografieren heisst, Augenblicke für die „Ewigkeit“ festhalten. So einen Augenblick erlebt man als Fotograf wohl nur einmal im Leben. Zudem liebe ich es Wildtiere zu beobachten und zu fotografieren. Sicher hast du auch spannende Erlebnisse während deiner Foto-Touren erlebt, erzähl uns doch etwas davon. Da gäbe es sehr viel zu erzählen, was da so in über 20 Jahren zusammengekommen ist. Die spannendsten Erlebnisse habe ich sicher während meiner dreimonatigen Kanada-, Alaskareise vor über 10 Jahren gemacht. Da gab es hautnahe Begegnungen mit Bären, Wölfen, Elchen und allen anderen Wildtieren, die im Norden leben. So war ich einmal weit ab der Zivilisation am Fotografieren eines Grizzlibären, als ein Freund plötzlich wie verrückt nach hinten deutete. Als ich mich umsah, lief doch tatsächlich ein Wolf nur gerade knapp 3m an uns vorbei. Er beachtete uns überhaupt nicht und ich war so erstaunt, dass ich vor lauter Freude kein einziges Bild gemacht habe. Danach krümmten wir uns beinahe vor Lachen und konnten unser Glück kaum fassen. Was fasziniert dich an der Tier- und/oder Landschaftsfotografie? Ich verbrachte schon immer gerne viel Zeit draussen in der Natur. Zu sehen, wie alles so wunderbar bis ins kleinste Detail geschaffen ist, bringt mich immer wieder neu zum Staunen. Draussen unterwegs zu sein erfüllt mich mit einer grossen Ruhe und Zufriedenheit, welche ich so sonst kaum irgendwo finde. Zudem weiss man nie so genau, was geschieht und es gibt immer wieder Überraschungen. So liebe ich es ganz besonders, an einen schönen Ort eine besondere Stimmung zu erleben und fotografieren zu können. Diese goldenen Momente (wie ich sie nenne) suche ich und versuche sie fotografisch festzuhalten, um sie auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Gibt es ein Land welches du unbedingt mal besuchen möchtest? Da gäbe es einige! Da ich den Norden liebe, würde ich unglaublich gerne nochmals nach Alaska reisen. Die Weite und wilde Landschaft in Kombination mit den vielen Wildtieren ist für mich unschlagbar. Auch Grönland wäre für mich ein Traum. Leider sind diese Länder aber extrem teuer und so bleibt das in der nächsten Zeit wohl ein Traum. Welches Motiv fehlt dir noch in deinem Portfolio? Auch da gibt es noch viele. Oft sind es Motive, die ich zwar schon fotografiert habe, die ich jedoch noch nicht im gewünschten Licht oder der gewünschten Stimmung fotografieren konnte. Ein Traum wäre sicher, eines der grossen Raubtiere in der Schweiz vor die Linse zu bekommen. Auch träume ich von Aufnahmen des Mt. Denali hinter einer herbstlich gefärbten Landschaft, in der auch noch Bären zu sehen sind (ja ich weiss, das ist ein bisschen viel :-) ) Hast du schon mal einen Fotoworkshop besucht? Als ich mit der Fotografie begonnen habe, gab es noch kaum Fotoworkshops. Daher habe ich mir eigentlich alles selber beigebracht. Der einzige Kurs, den ich besucht habe, war ein Kurs zum Thema blitzen. Ich konnte aber leider nicht allzu viel profitieren. Du leitest ja selber Foto-Workshops, was macht dir jeweils am meisten Freude dabei und erzähl uns doch etwas über deine geplanten Workshops. Als ausgebildeter Lehrer hat es mir schon immer Freude bereitet, anderen Menschen etwas zu zeigen oder beizubringen. Im Gegensatz zur obligatorischen Schule kommen aber nur Leute in meine Workshops, die auch wirklich interessiert sind. Das zu erleben, ist immer wieder eine grosse Freude. Das Staunen oder Begreifen meiner Teilnehmer zu erleben, macht mir grossen Spass und es freut mich immer, wenn wieder bei jemandem „das Zwänzgi ache isch“ (wie wir Berner so schön sagen J ) . In den letzten Jahren konnte ich so schon viele tolle Kurse leiten und grossartige Menschen kennen lernen. Zudem freue ich mich beobachten zu können, wie ehemalige Teilnehmer ihren Stil finden und sich stetig verbessern, indem sie das Gelernte umsetzen. Ich biete jeweils nur eine kleine Anzahl Workshops an, die eigentlich immer ausgebucht sind. Dieses Jahr findet zum ersten Mal ein Wochenendworkshop in der Region Grindelwald statt. Darauf freue ich mich schon jetzt. Zudem ist ein mehrtägiger Workshop in Planung, der ist aber noch nicht spruchreif. Gibt es eine oder mehrere Personen welcher/n du an dieser Stelle ein „Herzliches Dankeschön“ aussprechen möchtest? Da gäbe es ganz viele Menschen, welchen ich danken könnte! Ich möchte mich hier aber auf ein paar wenige beschränken. Zuerst einmal meinen Eltern, welche mir die Liebe zur Natur mitgegeben haben und mich auf meinem unkonventionellen Weg immer unterstützt haben.Dann gehört der grösste Dank sicher meiner Frau Esther, welche mir dies alles überhaupt erst ermöglicht. Ohne ihre Flexibilität, ihre Liebe und ihre Unterstützung könnte ich das, was ich tue gar nicht tun. Danke von Herzen! Auch danken möchte ich meinen Freunden und Fotofreunden. All die gemeinsamen Touren und Gespräche bereichern mein Leben immer wieder neu. Die Website von Martin Mägli: naturbild.ch Martin, ich danke dir ganz herzlich für diesen Einblick! Du möchtest meinen Blog abonnieren? Schreib einfach untenstehenden Link in deinen News Reader und du bist immer sofort informiert sobald ein neuer Blog online ist. Kopieren geht leider nicht da die ganze Website Copyright geschützt ist: https://www.adrian-wirz.com/feed.xml


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