• Adrian Wirz

Im Fokus: Dominique Zwygart


Heute mit Dominique Zwygart, einer vielseitigen Fotografin aus dem Kanton Bern, resp. dem Emmental. Eine wunderschöne Region mit vielen Hotspots für Fotografen. Ich freue mich, dass sie den Anfang bei dieser Interview Serie unter den Fotografinnen macht. Viele weitere werden noch folgen!

Erzähl uns doch etwas über dich, wo du wohnst, wie hast du zur Fotografie gefunden? Seit gut 18 Jahren wohne ich mit meinem Mann und unserem Sohn in Oberdiessbach im Kanton Bern. Aufgewachsen bin ich jedoch im Kandertal im schönen Berner Oberland – dies verrät mein Dialekt heute noch. Ich arbeite Teilzeit im Marketing bei einem Finanzinstitut und betreibe die Fotografie als mein ambitioniertes Hobby .Schon als junge Erwachsene fotografierte ich gerne - aber vor allem auch viel. Von manuellen Einstellungen war ich weit entfernt und hatte wirklich keine Ahnung. Damit will ich aber nicht behaupten, dass ich dies heute beherrsche ;-).Es gab jedoch einen Moment als ein guter Freund (www.sir.ch) mir anbot die Grundlagen persönlich zu erklären. Danach tat sich für mich eine völlig neue Welt auf. Er bot mir zudem an, zu meinen gelungenen oder weniger gelungenen ‚Werken‘ ehrliches Feedback zu geben. Durch seine geduldige und respektvolle Art hat er mich dadurch schrittweise weitergebracht. Alles Weitere habe ich mit viel Übung, mit zahlreichen Fehlern und mit viel Ausdauer selber erlernt. Mit welcher Kamera und Objektiven fotografierst du zur Zeit? Momentan bin ich mit der Nikon D750 und der Nikon D3 unterwegs. Bei Porträts mit Tageslicht würde ich das Nikkor 85mm/f1.4 nicht mehr hergeben wollen. Falls ich Zeit für Landschaftsfotografie finde, setze ich gerne das 14-24/f2.8 und auch vermehrt das 70-200/f2.8 ein. Damit zwinge ich mich ab und zu einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Gibt es Fotomotive die du bevorzugst und solche die du eher weniger magst? Ich mag die Vielfältigkeit der Fotografie und die Art dies kreativ ausleben zu können. Der Kontakt und Austausch zu Menschen ist mir wichtig. Deshalb liebe ich es sehr neue Kontakte zu knüpfen und Menschen auf die Art festzuhalten oder Ideen für Shootings auszuhecken. Gleichzeitig mag ich auch die Landschaftsfotografie. Dabei ist jedoch oft das Problem, dass mir dafür schlichtweg die Zeit fehlt.Landschaftsfotografie ist meiner Ansicht nach eine Art des Fotografierens, die sehr zeitintensiv ist und viel an Vorbereitung benötigt. Oftmals benötigt man für eine Umsetzung einer Idee mehrere Anläufe. Da befinde ich mich in einem Spannungsfeld . Manchmal ist es etwas schwierig alles unter einen Hut zu bringen. Wenn es sich also einrichten lässt, tue ich das sehr gerne. Wenn‘s nicht passt, ist es auch gut. Welches sind deine drei schönsten Fotos? Nebelfoto

Diese Stimmung ist für mich wie ein Umarmen oder ein Gruss aus dem Himmel. Das Bild durfte ich zu einem Zeitpunkt und unter Umständen machen in dem ich in einer etwas aussergewöhnlichen Situation stand, welche mich sehr herausforderte. Deshalb bedeutet mir dieses Bild auch persönlich sehr viel. Vietnam

Es ist ein Bild aus meinen Anfängen als ich die ersten Schritte zum manuellen fotografieren machte. Ich schraubte wie verrückt an den Einstellrädern, stand selber auf einem schaukelnden Schiff, es dunkelte bereits ein und da ich noch kein Stativ hatte, machte ich das Bild pragmatisch aus der Hand. Vielleicht werden jetzt Einige darüber schmunzeln, aber für mich war das damals ein grosser Schritt. Umso grösser war die Freude über diesen Glückstreffer. Portrait

Das Bild steht stellvertretend für die genialen Begegnungen mit Menschen die ich in letzter Zeit machen durfte und dafür, was noch folgen wird. Ich freue mich darauf mich auf neue Foto-Abenteuer einzulassen, dazuzulernen und dabei einfach Spass zu haben. Wenn dann das Ergebnis gelingt und ich die Bilder übergeben darf und die Freude sehe, dann ist das ein unbeschreiblich schönes Gefühl und ein grosser Ansporn. Sicher hast du auch spannende Erlebnisse während deiner Foto-Touren erlebt, erzähl uns doch etwas davon: Da erinnere ich mich spontan an eine Nacht letzten Sommer in den Bergen. Klar, das ist jetzt nicht der ultimative nervenkitzlige Krimi. Da ich alleine unterwegs war, schlug ich mein Zelt nicht im ‚Nirgendwo‘ auf sondern entschied mich für einen Platz in der Nähe einer unbewarteten Berghütte. Bevor ich mich auf die Bergkuppe aufmachte, ass ich mein bescheidenes Nachtessen und verschloss die Überreste gut in einem Geschirr. Als ich spät in der Nacht zurückkehrte, ertappte ich tatsächlich einen Fuchs dabei, wie er genüsslich am Plastik knabberte. Ich bin wohl fast mehr erschrocken als er. Was fasziniert dich an der Tier- und/oder Landschaftsfotografie? Mich fasziniert die Natur und die umwerfende Schöpfung im Allgemeinen. Wenn ich dann an einem stillen, wunderschönen Ort stehe, kann ich einfach nur staunen über so viel Schönem oder über die facettenreichen Ausprägungen der Umgebung und der Natur. Dann überkommt mich oftmals eine grosse Dankbarkeit und ein Bild ist dann lediglich ansatzweise ein Ausdruck davon. Gibt es ein Land welches du unbedingt mal besuchen möchtest? Mein Leben ist wohl zu kurz um all die Orte zu besuchen, die mir im Kopf rumschwirren. Deshalb finde ich es schwer darauf zu antworten. Weit oben auf meiner ‚Liste‘ stehen jedoch Namibia/Botswana, aber auch der Norden von Thailand würde mich sehr reizen. Ausserdem gibt es viele kleinere Spots in Europa, die ich gerne persönlich besuchen möchte. Welches Motiv fehlt dir noch in deinem Portfolio? Die Nebelwelle im Baselbiet. Wie ich von eingefleischten Einheimischen gehört habe (der Interviewer eingeschlossen), benötigt man als nicht ortsansässiger Fotograf ein enormes Wettergespür, Ausdauer und auch die entsprechenden Ortskenntnisse um dieses Phänomen festhalten zu können :-) Hast du schon mal einen Fotoworkshop besucht (wenn ja bei wem und konntest du davon profitieren?) Ich habe bisher lediglich zwei Workshops besucht. Beide betrafen die Porträtfotografie. Den einen Tag konnte ich bei Beat Mumenthaler (www.beatmumenthaler.com) absolvieren. Er hat einerseits ein sehr gutes Gespür für Licht und Schatten. Andererseits weiss er, wie man geschickt und gekonnt ausdrucksvolle Porträts erzeugen, resp. das Endresultat entsprechend beeinflussen kann. Das sind Fähigkeiten, die sehr viel Übung verlangen und daran kann ich mir sicher noch ein Weilchen die Zähne ausbeissen. Führst du auch selber Foto-Workshops durch? Wenn ja, was macht dir jeweils am meisten Freude dabei, und erzähl uns doch etwas über deine geplanten Workshops. Workshops für Gruppen biete ich nicht an. Dieses Geschäftsfeld überlasse ich sehr gerne den Profis und zudem denke ich, dass mir dazu je nach Thema das nötige spezifische Fachwissen fehlt. Was ich jedoch ab und zu sehr gerne anbiete, sind persönliche Kurse für Einzelpersonen. Das ermöglicht es mir am besten ganz individuell und gezielt auf die Bedürfnisse einzugehen. Gibt es eine oder mehrere Personen welcher/n du an dieser Stelle ein „Herzliches Dankeschön“ aussprechen möchtest? Mein Dank gilt meiner Familie, die mich in meinen Ideen und Wünschen ermutigt, die mich ziehen lässt oder mich auch mal begleitet. Diese Unterstützung ist mir sehr wichtig. Danke. Vielen Dank Dominique für dieses interessante Interview! Die Website von Dominique Zwygart: zwyg-art.ch


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